FVBUSICOULOUR 15
Herr Preuß, wie wäre es mit einer Ida Siekmann Strasse in Zossen? PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Thomas Böhm   
Donnerstag, 07. Januar 2010 um 16:04

Heute wurde noch einmal, in einer Pressemitteilung des Fraktionsvorsitzenden der Partei Die Linke, Herrn Carsten Preuß, hervorgehoben, dass auf Antrag der Fraktion eine Straße in Wünsdorf den heroischen Namen Rosa Luxemburg Str tragen darf.

Wurde die gute Frau doch, als Gründerin der KPD, erschossen, weil sie Kommunistin war. Sie starb für Ihre Überzeugung. So weit so gut! 

Herr Preuß, was sagen Ihnen die folgenden Namen? :

 von Ida Siekmann bis hin zu Winfried Freudenberg,  oder von Günter Litfin bis zu Chris Geoffroy?

Bestimmt, beim letzen Namen wird es bei Ihnen geklingelt haben !

Ja, dies sind, stellvertretend, vier Grenztote, die in der Zeit zwischen 1961 und 1989 ihr Leben lassen mußten, weil Gesinnungsgenossen von Ihnen, aus vergangenen Tagen, Mitglieder ihrer Vorgängerparteien SED und PDS, einen Schießbefehl erlassen hatten, der Menschen mit Waffengewalt und Tötungsabsicht daran hindern sollte und auch zig hundertfach erfolgreich praktiziert, in Freiheit zu leben. 510 sind namentlich bekannt, dazu kommen dann noch ca. 200 ehemalige DDR Bürger, die versuchten, in Freiheit zu leben und dafür das Risiko durch die Ostsee, vergeblich aber tödlich, auf sich nahmen.

Ida Siekmann stürzte beim Versuch aus dem Fenster ihrer Wohnung in der Bernauer Str. in Berlin Wedding in den Westen zu gelangen, ab und verstarb. Sie war die erste Mauertote am 22.08.1961 ohne Waffeneinsatz

 und Winfried Freudenberg am 8.3.1989 der letzte der auf seiner Flucht tödlich verunglückte. Er stürzte mit seinem selbstgebauten Heißluftballon, bereits über West Berlin, ab.

Von Kugeln regelrecht erlegt war Günter Litfin das erste Mordopfer 1961

 bis hin zu Chris Gueffroy, der kurz vor Maueröffnung 1989

 im Kugelhagel der Grenztruppen, alles ehemaligen Kollegen des scheidenden Stadtverordneten Konrad Tschorn, der ja seine Tätigkeit beim MfS noch voller Stolz propagiert, um sich jetzt auch noch als Märtyrer, weil er sich hilflos ausgesetzt der "diktatorisch" amtierenden Bürgermeisterin gegenüber fühlt, darstellt! Was für eine verlogene Moral dieses, noch heute überzeugten Kommunisten !!

 Ja, seine Kollegen, denn die Grenztruppen der DDR, also die Todesschützen, unterstanden dem MfS! 

Vielleicht wäre es daher auch an der Zeit, Straßen oder Plätze im geeinten Deutschland nach diesen Menschen zu benennen, die ihr Leben gegeben haben, nur um in Freiheit zu leben und von Kommunisten daran gehindert wurden! Es gibt sicher 500 und mehr Orte, Plätze und Straßen in der BRD, die an diese Frau Luxemburg erinnern, aber es gibt auch über 500 Namen von Mauertoten, die es wert wären, dass man Ihrer, auf ähnliche Art und Weise, gedenkt. Es wäre toll gewesen, wenn Sie Herr Preuß, bei ihrer Pressemitteilung auch einmal daran gedacht hätten und sogar vielleicht Vorschläge dazu in der SVV einbringen würden. Sie strotzen doch sonst so vor Ideen!                                                                                                              Tja die eigene, selbstgewählte Vergangenheit tut eben weh!

Thomas Böhm,

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